Die Ursachen für die Hai-Attacken in Ägypten – Warum greifen Haie Menschen an?

17. Januar 2011 | | Afrika | 1 Kommentar

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Es ist eine schreckliche Bilanz der letzten Monate: Fünf Hai-Attacken, eine davon tödlich, sowie mehrfache Schließungen von ganzen Strandabschnitten in Ägypten. Doch woher kommen die Angriffe der Haie und weshalb tummeln sie sich ausgerechnet vor der Küste?

Nur durch das Anlocken des Menschen kommt der Hai so nah an die Küste heran.

Nur durch das Anlocken des Menschen kommt der Hai so nah an die Küsten in Ägypten heran (Foto: StormyDog, Quelle: flickr)

Die Küste des ägyptischen Badeorts Scharm-el-Scheikh war zuletzt Schauplatz tragischer Angriffs-Serien von Haien auf Touristen. Eine von fünf Hai-Attacken endete für eine deutsche Touristin sogar tödlich. Die Konsequenz war, dass mehrfach Tauch- und Badeverbote verhängt wurden. Zusätzlich wurden an verschiedenen Orten unter Wasser Netze angebracht. Diese sollen Haifische in Zukunft abhalten.

Ursachen für die Hai-Attacken

Die Ursachen für die Angriffe auf Badende sind vielfältig. Dass die Opfer ausnahmslos Badende, Schwimmer und Schnorchler, nicht aber Taucher waren, ist eigentlich typisch. Haie attackieren, soweit sie nicht provoziert werden, meist Menschen, die im flachen Wasser waten oder sich an der Wasseroberfläche befinden.

Normalerweise greifen Haie solch vermeintliche Beute nur aufgrund eines Missverständnisses an. Allgemein gehört der Mensch nicht ins Beuteschema des Hais und nur von vier der über 360 existierenden Haiarten geht eine Gefahr für den Menschen aus. Zudem testet der Hai für gewöhnlich aus, ob ihm etwas schmeckt. Deshalb lässt er in der Regel nach dem ersten Biss vom Menschen. Aus dem Affekt heraus wehren sich die Menschen jedoch oder treten nach dem Hai, was sie für den Hai wiederum interessant macht, sodass er nicht mehr von seinem Opfer ablässt.

Eingriff in den natürlichen Lebensraum

Das Verhalten der angreifenden Haie an den Küsten Ägyptens war jedoch nicht natürlich. Sie wurden vermutlich durch direkte und indirekte Eingriffe von Menschen gestört. Dazu gehört vor allem das Anfüttern der Tiere. Tauchbasen tun dies in der Regel zwar nicht aktiv, viele Schnorchler hingegen füttern allerdings gedankenlos Fische in verschiedenen Küstenabschnitten.

Jedoch gibt es auch bei den Anbietern von Tagestouren und Tauchkreuzfahrten schwarze Schafe. Diese werfen seit Jahren Küchenabfälle oder Tierkadaver ins Meer, damit Großfische angelockt und den Tauchern außergewöhnliche Erlebnisse geboten werden können. Durch diesen ständigen Eingriff in die natürliche Umwelt und den sich wiederholenden Begegnungen mit dem Menschen wird das Verhalten der Tieren stark beeinflusst. Somit kann man selber als Tourist durch die Auswahl eines seriösen Tauch-Anbieters ein Stück Verantwortung übernehmen.

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Kommentare (1)

 

  1. Malik, Gisela sagt:

    Habe am Na’ama Beach von Sharm el Sheik selbst
    erlebt, dass Touristen in ihrer Badehose Essensreste
    hinaus ans Riff ( Hilton) genommen haben, damit sie dort möglichst viele Fische beim Schnorcheln anlocken.
    Man sollte mit Schildern (vor allem auch in Russisch!)
    auf die dadurch drohende Gefahr aufmerksam machen.
    Touren-Anbietern müsste die Lizenz bei Verstößen ent-
    zogen werden.

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